Die Nutzung gedruckter Prospekte bleibt auf anhaltend hohem Niveau. Zu diesem Ergebnis kommt der Prospektmonitor von IFH Media Analytics. Laut dieser Studie lesen nahezu alle Verbraucherinnen und Verbraucher (93 Prozent, 2024: 95 Prozent) mindestens gelegentlich Print-Prospekte, 78 Prozent tun dies wöchentlich (2024: 79 Prozent).
Nutzerkreis von Online-Prospekten stagniert
Nicht zuletzt aufgrund der verstärkten Verbreitung von Apps steigt die Zahl der Intensivnutzer von Onlineprospekten im Vergleich zum Vorjahr (2025: 66 Prozent wöchentliche Nutzung, 2024: 62 Prozent). Der maximale Nutzerkreis stagniert jedoch, da die Zahl der gelegentlichen Nutzer auf recht hohem Niveau nahezu gleich bleibt (2025: 86 Prozent, 2024: 87 Prozent). Die größten Zuwächse innerhalb der Online-Medien entfallen auf Anbieter-Apps (+20 Prozent) und -Websites (+10 Prozent), während Social Media kaum noch Wachstum (+1 Prozent) verzeichnet. Auch der Anteil der Hybridleser, also jene, die sowohl Print- als auch Online-Prospekte nutzen, bleibt mit 84 Prozent (2024: 85 Prozent) auf sehr hohem Niveau.
Planung des Wocheneinkaufs
Die wichtigsten Gründe für die Nutzung von Prospekten bleiben das Entdecken von Schnäppchen (Print: 64 Prozent, Online: 52 Prozent) und das Sparen beim Einkauf (Print: 56 Prozent, Online: 51 Prozent). Besonders deutlich zeigt sich ein Wandel bei der Einkaufsplanung: Fast jeder Zweite (47 Prozent) nutzt inzwischen gedruckte Prospekte gezielt für die Wocheneinkaufsplanung – ein starker Anstieg im Vergleich zu 2016 (26 Prozent). Online-Prospekte spielen in diesem Bereich mit 36 Prozent eine etwas geringere Rolle. Diese Antworten zeigen allerdings, dass sich die Umfrage für den Prospektmonitor stark auf den Einkauf im Lebensmitteleinzelhandel bezieht.
Einstellung von gedruckten Prospekten kritisch gesehen
Auch 2025 gibt etwa die Hälfte der Verbraucher (51 Prozent; 2024: 56 Prozent) an, persönlich von der Einstellung gedruckter Prospekte betroffen zu sein. Von diesen bewertet nur ein Viertel (26 Prozent) die Abschaffung als positiv. Für 62 Prozent hat dies zur Folge, dass sie weniger Informationen von den entsprechenden Anbietern erhalten und teilweise dort sogar weniger kaufen (45 Prozent). Etwa die Hälfte (49 Prozent) liest nach der Prospekteinstellung nun mehr Prospekte von anderen Anbietern – fast genauso viele (45 Prozent) lehnen alternative, digitale Kanäle eher ab, weil sie deren Nutzung als zu kompliziert empfinden.
Prospekt-Wiedereinführungen stoßen auf positive Resonanz
Neben den Einstellungen von Prospekten sind auch Wiedereinführungen gedruckter Prospekte Teil der aktuellen Marktdynamik, hält das IFH fest. Knapp ein Drittel der Verbraucher hat bereits erlebt, dass ein zuvor eingestellter Prospekt wieder verteilt wurde. 63 Prozent unter ihnen bewerten die Wiedereinführung positiv, und für rund die Hälfte (47 Prozent) hat sich die Möglichkeit, gute Angebote zu finden, dadurch verbessert.
„Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass gedruckte Prospekte trotz aller Digitaleuphorie nach wie vor ein fester Bestandteil im Alltag der Konsumentinnen und Konsumenten bleiben. Ihre enorme Reichweite sorgt dafür, dass sie in nahezu jedem Haushalt ankommen. Zudem sehen wir, dass auch Anbieter-Apps, die ja die größten Zuwächse unter den Online-Medien verzeichnen, Prospekte nicht ersetzen. Die meisten Nutzer:innen nutzen die Kanäle parallel – und diese Hybridnutzung wird auch in Zukunft das vorherrschende Modell der Angebotskommunikation sein“, meint Andreas Riekötter, Geschäftsführer von IFH Media Analytics.
