Die erste Strophe von Bob Dylans bekanntem "The Times They Are A-Changin'" könnte symptomatisch für den momentanen Zustand der Soltauer Kooperation stehen: "Kommt, versammelt euch, Leute, wo immer ihr euch rumtreibt/und gebt zu, dass das Wasser um euch gestiegen ist./Und akzeptiert, dass ihr bald bis auf die Knochen durchnässt seid./Wenn euch eure Zeit etwas wert ist,/dann fangt ihr besser an zu schwimmen, oder ihr sinkt wie ein Stein,/denn die Zeiten ändern sich."
Das aktuelle Modewort dazu heißt "disruption", was so viel wie Störung oder Zerrüttung bedeutet. Johannes Schuller drückte es in Dresden gesitteter aus und sprach davon, dass man es "von einem Ruck in Amsterdam" (dem Ort der letztjährigen Gesellschafterversammlung) "zum Aufbruch in Dresden" geschafft habe. Seine Analyse des aktuellen Wettbewerbsumfelds gerade in Bezug auf die digitalen Mitspieler, des Zustands der Hagebau, deren Strukturen und Leistungen insgesamt und - ja, das auch - der bisherigen Arbeit der Geschäftsführung und der Zentrale ließen den Beobachter etwas ratlos zurück: Ja, haben die denn in Soltau bisher alles falsch gemacht?
Auch wenn diese Haltung vielleicht gar nicht so vermittelt werden sollte, es kam jedenfalls so rüber, und auch zahlreiche Gesellschafterreaktionen zeigten, dass die Arbeit der Zentrale in den vergangenen Jahren - sagen wir mal - inzwischen kritisch gesehen wird. Dylans Aufruf, angesichts steigender Fluten schnell schwimmen zu lernen, spiegelt sich in Schullers Statement, die Hagebau brauche neues Denken, einen neuen Spirit, wider. Angesichts der Konkurrenz von Amazon, Ebay und - demnächst - Alibaba reiche die reine Bündelung von Mengen nicht mehr aus, die Hagebau müsse Teil der Digitalisierung werden. Schuller benutzte den Schlüsselbegriff "digitale Transformation".
Jan Buck-Emden - bei der Pressekonferenz am Vortag der…