Page 3 - diy Fachmagazin Ausgabe 04/2024
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Kommentar
Perspektivwechsel
„Diversity in der DIY-Branche“ lautet das Top- Feststellung: Sich mit Diversität, Chancengerech-
Thema, das wir für diese Ausgabe vorbereitet tigkeit und Inklusion zu beschäftigen, bedeutet
haben. Dieses Thema drängt sich vielleicht auf immer auch, sich auf einen Perspektivwechsel
den ersten Blick nicht auf. Aber der Zuspruch, einzulassen. Der oder die andere sieht Dinge an-
den wir auf das Themenheft „Frauen in der DIY- ders, und das ist auch gut so – unter anderem
Branche“ vor einem Jahr bekommen haben, hat ist es das deshalb, weil es wirtschaftlich vorteil-
uns in unserer Konzeptplanung ermutigt: Wir hafter ist. Der eingeschränkte Blick, festgezurrte
wollen unseren Leserinnen und Lesern einmal Muster und Vorurteile, mit denen wir Kollegen,
im Jahr einen Themenschwerpunkt anbieten, Mitarbeitern, Vorgesetzten oder auch Kunden be-
gegnen, beeinträchtigen uns selbst, unser Ge-
schäft, unsere Marktpotenziale am meisten.
Nur: Das mit dem Perspektivwechsel sagt
sich leichter, als es getan ist. Ich kann das jeden-
falls von mir behaupten. Mein Job ist es, Dinge
zu beobachten, darzustellen, einzuordnen und
zu gewichten und immer wieder auch zu bewer-
ten. Beim Bewerten geht es um Meinung aus der
Foto: Dähne Verlag, Götz warten Leserinnen und Leser Objektivität – quasi
eigenen Perspektive heraus, beim Rest aber er-
die Vogelperspektive.
Gelingt das immer? Bei allem Bemühen: Nein.
Es wäre wahlweise naiv oder selbstüberschät-
der sich von den üblichen Sortimentsthemen ab- zend, das anzunehmen. Man sieht und hört nur
hebt und einer übergreifenden Fragestellung zu gerne, was man sehen und hören will. Zum
nachgeht. Das tun wir nicht mit dem Anspruch, Glück passiert es schon einmal, dass mich Leser
alle Facetten abzudecken, und das gar wissen- darauf hinweisen und mir so die Chance geben,
schaftlich umfassend. Wir wollen vielmehr zei- meinen Blickwinkel zu überprüfen.
gen: So wird in der Branche über das Thema ge- Die Botschaft dieses unerwartet aktuellen
dacht – und danach gehandelt. Heftes kann ich also nur umso dicker unterstrei-
Wie schon beim Heft über Frauen in der Bran- chen: Ein Perspektivwechsel lohnt sich. Immer.
che haben uns im Vorfeld unterschiedliche Re-
aktionen erreicht, die von „habt Ihr keine anderen Herzlichst Ihr
Probleme?“ über „muss man darüber heutzuta-
ge echt noch diskutieren?“ bis „wichtiges Thema
auch für unsere Branche“ reichen. Anders als
vor einem Jahr allerdings hat das Thema Diver-
sity ausgerechnet dieser Tage, da Hunderttau- Rainer Strnad
sende für Demokratie und Vielfalt auf die Straße
gehen, eine Aktualität erlangt, die wir nicht ah-
nen konnten, als wir im Sommer 2023 das Top- Kontakt
Thema für dieses Heft festgelegt haben.
In den vielen Gesprächen, die wir dafür ge- Telefon +49/7243/575-207
r.strnad@daehne.de
führt haben, fiel so oder so ähnlich immer diese
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